Regierungspräsident besuchte Mettener Werkstätten

Seriöser Partner mit großem Know-how. Einen besonderen Gast konnten die Verantwortlichen der Deggendorfer Werkstätten, eine Einrichtung der Lebenshilfe Deggendorf, am Mittwoch Nachmittag an ihrem Standort in Metten begrüßen: Der niederbayerische Regierungspräsident Heinz Grunwald informierte sich vor Ort über das soziale Engagement der Einrichtung und über ein dort hergestelltes Produkt – die weltweit erste Köderschutzbox zur Schadnagerbekämpfung im Abwasserkanal. Wolfgang Geier, erster Vorsitzender der Lebenshilfe, dankte in seiner Begrüßung Heinz Grunwald für das gute Miteinander, das die Regierung als Aufsichtsbehörde mit der Lebenshilfe pflege. Dieser gab den Dank postwendend zurück und betonte, das Geld, das vom Landtag zugewiesen werde, sei hier sehr gut angelegt. Die Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe als seriösem Partner laufe stets vertrauensvoll ab, betonte Grunwald, der auch die qualitativ hochwertige Produktionsarbeit in den Werkstätten lobte, die sich auf dem Markt behaupten könne. „Je breiter man sich aufstellt, desto besser lassen sich komplexe Herausforderungen, die die Zukunft bereithält, bewältigen“, so der Regierungspräsident. Das soziale Engagement lässt sich mit eindrucksvollen Zahlen belegen. So beschäftigen die Deggendorfer Werkstätten derzeit rund 1 000 Mitarbeiter, von denen etwa 685 eine körperliche und geistige Behinderung haben. An sechs Standorten wird werkstattübergreifend gearbeitet.

Beitrag zum Umweltschutz. Mit ihrem Know-how haben die Mitarbeiter der Mettener Werkstätten wesentlich zum Erfolg eines neuen innovativen Produktes für den Umweltschutz beigetragen: der weltweit ersten Köderschutzbox zur Schadnagerbekämpfung im Abwasserkanal. Dies wurde mittlerweile sogar international, unter anderem mit dem zweiten Platz beim DECT ULE Award in Barcelona ausgezeichnet. Die Idee stammt von der Firma ball-b GmbH & Co KG aus Schwaig bei Nürnberg. Geschäftsführer Jürgen Buchstaller war gestern beim Besuch des niederbayerischen Regierungspräsidenten in Metten ebenfalls zugegen und stellte das Produkt, in das er viel Herzblut gelegt hat, näher vor. Drei Jahre hat die Entwicklung der Köderschutzbox gedauert, bevor sie schließlich im Mai dieses Jahres in den Verkauf gehen konnte.

Anfragen aus aller Welt. Die Box trägt wesentlich dazu bei, dass die Umwelt vor dem Eintrag giftiger Substanzen sogenannter Biozide geschützt wird, denn sie reduziert den notwendigen Gifteinsatz bei der Rattenbekämpfung um bis zu 70 Prozent. Ein elektronisches Monitoring-System hilft dabei gleichzeitig die direkten Betriebskosten der Kommunen um bis zu 65 Prozent zu reduzieren. In vielen bayerischen Kommunen und auch deutschlandweit befindet sie sich bereits in der Anwendung. Sogar aus Amerika, Australien und Neuseeland gibt es bereits Anfragen für das innovative Produkt. Seit gut einem halben Jahr werden in den Mettener Werkstätten in Serie Teile für die Köderschutzbox produziert, und auch mehrere Prototypen wurden während der Entwicklungsphase in Zusammenarbeit mit den örtlichen Mitarbeiten konstruiert und gebaut. Auf die Frage, wie die Zusammenarbeit mit den Werkstätten zusammenkam, erzählte Jürgen Buchstaller schmunzelnd, dass er als Beifahrer auf der Autobahn unterwegs gewesen sei und geschlafen habe. Als er schließlich aufgewacht sei, fuhr just in diesem Moment ein Lkw der Deggendorfer Werkstätten vorbei, und er beschloss spontan, dort anzurufen. „Wenn man weiß, man hat hier einen verlässlichen Partner, der auch mal über den Tellerrand blickt, dann macht man den Geldbeutel auch gern mal weiter auf. Und wir könnten uns keinen besseren wünschen“, betonte Buchstaller, der sich ganz bewusst gegen eine Produktion der Köderschutzbox in China entschieden hatte. Auch Regierungspräsident Heinz Grunwald, der ebenfalls auf die anhaltende Rattenplage in vielen Kommunen verwies, zeigte sich vom Produkt beeindruckt und meinte: „Innovative Investitionen wie die Köderschutzbox sind für die Kommunen der richtige Weg, weil dadurch die Kosten für den Betreiber nachhaltig reduziert werden und die Umwelt geschützt wird.“

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Werkleiter Alois Daffner (v. l.), Jürgen Buchstaller von der Firma ball-b, Werkzeugbau-Leiter Alfred Biebl, technischer Leiter Jochen Kraus, Volker Kuppler, Geschäftsführer der Lebenshilfe, Regierungspräsident Heinz Grunwald und Wolfgang Geier, Vorsitzender der Lebenshilfe, schauten Michael Hien an seinem Arbeitsplatz über die Schulter. Foto: Ch. Winter

 

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Jürgen Buchstaller, Geschäftsführer der Firma ball-b, erläuterte die Funktionsweise der Köderschutzbox. Foto: Ch. Winter idowa.de

 

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