Wanderratte und Kanalratte werden häufig als zwei verschiedene Rattenarten bezeichnet – tatsächlich handelt es sich aber um ein- und dieselbe Art, nämlich die Wanderratte (Rattus norvegicus). Der Unterschied liegt allein im Lebensraum. Warum das wichtig ist? Weil das Verhalten je nach Umgebung stark variiert – und damit auch die Methoden der professionellen Rattenbekämpfung.
Die Wanderratte ist weltweit verbreitet. Der Begriff Kanalratte rührt daher, dass ein Großteil der städtischen Rattenpopulationen im Abwasser- und Kanalsystem lebt. Dort finden Ratten ideale Bedingungen: konstante Temperaturen, Schutz vor Fressfeinden und ein umfangreiches Nahrungsangebot. In anderen Umgebungen – etwa in landwirtschaftlichen Betrieben, Häfen, Lagerhallen oder Wohngebieten – wird die gleiche Rattenart einfach nur Wanderratte genannt. Biologisch besteht kein Unterschied. Lediglich das Verhalten und die gewählten Rückzugsorte können je nach Rattenpopulation variieren.
Wanderratten, egal ob oberirdisch oder im Kanalnetz, weisen typische Merkmale auf: einen kräftigen Körperbau, einen relativ kurzen, dicken Schwanz und ein eher stumpfes Gesicht. Sie werden bis zu 30 cm lang und verfügen über extrem starke Nagezähne, die auch harte Materialien wie Kunststoff oder Holz problemlos beschädigen können. Wanderratten im Kanal wirken oft etwas größer und robuster – allerdings ist dies meist ein optischer Eindruck bzw. eine Folge des Lebensraums, bedingt durch gute Nahrungsversorgung und den geschützten Raum im Kanalsystem.
Das Verhalten der Wanderratte und Kanalratte wird stark vom Lebensraum geprägt.Im Kanalnetz lebt sie in weit verzweigten Tunnelsystemen, ist überwiegend nachtaktiv und sehr territorial. Die Wege sind stabil, sicher und wenig störanfällig. Dadurch wirken Kanalratten besonders vorsichtig und zurückhaltend gegenüber neuen Objekten wie Köderschutzboxen. Oberirdische Wanderratten sind tendenziell opportunistischer, erkunden neue Umgebungen schneller und passen sich wechselnden Bedingungen häufiger an. Das heißt: Die Art ist dieselbe, aber ihr Verhalten wird durch den Lebensraum deutlich beeinflusst.
Wanderratten haben eine hohe Reproduktionsrate – sowohl im Kanal als auch oberirdisch. Ein Weibchen bringt pro Jahr mehrere Würfe mit jeweils bis zu zwölf Jungtieren zur Welt. Im Kanalnetz sind die Bedingungen besonders konstant, was zu dichten, stabilen Rattenpopulationen führt. Oberirdisch schwankt die Populationsgröße stärker, etwa durch Witterung, Nahrungsangebot oder Fressfeinde.
Wanderratten verursachen viele Schäden: sie übertragen Krankheiten, beschädigen Infrastrukturen und können Lebensmittel verunreinigen. Die Rattenbekämpfung im Kanal ist dabei anspruchsvoller: Die Tiere sind vorsichtiger, schwerer erreichbar und bewegen sich in geschützten Bereichen. Deshalb sind gesicherte Köderschutzsysteme, digitale Monitoringlösungen und regelmäßige Kontrollen entscheidend. Oberirdisch greifen Maßnahmen schneller, erfordern jedoch ebenfalls professionelle Planung und im Idealfall vernetzte Köderschutzboxen.
Wanderratte und Kanalratte sind keine zwei Arten, sondern ein und dieselbe Rattenart in unterschiedlichen Lebensräumen. Während die Wanderratte oberirdisch flexibel und mobil ist, bildet sie im Kanalnetz stabile, schwer zugängliche Populationen. Für eine erfolgreiche Rattenbekämpfung ist es daher wichtig, den Lebensraum, das Verhalten und die Populationsdynamik genau zu kennen und Maßnahmen wie die Bekämpfung mit vernetzten Köderschutzboxen samt Monitoring darauf abzustimmen. Nur so lassen sich Risiken mit Hilfe von geeigneten Köderschutzstationen und digitalem Monitoring frühzeitig erkennen und effektiv eindämmen.
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